Beethoven Sprint 2026 – Sprintbericht

Beethoven Sprint 2026 Gruppefoto

Vom 18. bis 22. Mai 2026 kamen Plonistas aus aller Welt in Bonn zum jährlichen Beethoven Sprint zusammen. Über fünf Tage hinweg arbeiteten Plonistas gemeinsam an den Releases von Plone.

Der diesjährige Sprint konzentrierte sich auf mehrere wichtige Meilensteine: die finalen Releases von Plone 6.2 und Volto 19, die strategische Planung für Plone 6.3, die Entwicklung einer KI-Roadmap, sowie die fortlaufende Arbeit am neuen Frontend Plone Aurora, Verbesserungen am Entwickler-Tooling und die Modernisierung der Infrastruktur.

Release von Plone 6.2 und Volto 19

Eine der wichtigsten Ziele des Sprints war das Release von Plone 6.2 und Volto 19.

Am ersten Tag arbeitete das Team an den letzten Vorbereitungen für das Release. Dazu gehörte das Einpflegen von Last-Minute-Fixes und Übersetzungen von Mikel Larreategi und Jonas Piterek, während Maurits van Rees die Abhängigkeiten in mehreren Plone-Core-Paketen aktualisierte.

Am zweiten Tag waren sich die Release-Manager Maurits van Rees, Víctor Fernández de Alba und Timo Stollenwerk einig, dass die neue Version bereit war. Danach wurden die entsprechenden Releases erstellt und Plone 6.2 und Volto 19 wurden offiziell veröffentlicht.

Plone-Release-Manager Víctor Fernández de Alba drückt den Knopf für das Release von Volto 19

KI-Integration & Strategie in Richtung Plone 6.3

Eines der wichtigsten strategischen Themen des Beethoven-Sprints war die künftige Rolle künstlicher Intelligenz (KI) im Plone-Ökosystem.

Nach ausführlichen Diskussionen zwischen Release-Managern, Mitgliedern des Framework-Teams und weiteren Community-Mitgliedern fiel auf dem Sprint die Entscheidung, Plone 6.3 in die Release-Roadmap aufzunehmen. Dieses Release wird die Grundlage für eine Reihe KI-bezogener Funktionen bilden, die Plone auf das entstehende Ökosystem aus KI-Agenten, Retrieval-Augmented-Generation-Systemen (RAG) und LLM-gestützten Anwendungen vorbereiten.

Diskussion über Plone 6.3 und die KI-Roadmap

Im Laufe der Woche wurden mehrere Plone Improvement Proposals (PLIPs) überarbeitet und weiterentwickelt, die für die Aufnahme in Plone 6.3 vorgesehen sind. Gemeinsam zielen diese Initiativen darauf ab, Plone-Inhalte für KI-Systeme leichter auffindbar, nutzbar, verständlich und interaktiv zu machen – und dabei die Stärken von Plone im strukturierten Content-Management zu bewahren.

Zu den zentralen Roadmap-Initiativen gehörten:

  • Plone MCP (Model Context Protocol) – stellt eine standardisierte Schnittstelle bereit, über die KI-Agenten mit Plone-Inhalten und -Diensten interagieren können. Die Arbeit am PLIP wurde von Dante Álvarez geleitet. (Issue #4213)

  • Markdown-Unterstützung – stellt Inhalte im Markdown-Format bereit, um die Interoperabilität mit LLMs, KI-Agenten und RAG-Systemen zu verbessern. Der PLIP wurde von Jonas Piterek und David Glick weiterentwickelt. (Issue #1997)

  • Semantische Inhalte – führt maschinenlesbare semantische Repräsentationen von Plone-Inhalten ein, um Verständnis, Abruf und Schlussfolgerung durch KI-Systeme zu verbessern. (Issue #4302)

  • llms.txt-Unterstützung – implementiert einen neuen "Standard", der KI-Systemen hilft, über Plone veröffentlichte Inhalte aufzufinden und zu verstehen. (Issue #4284)

Neben den einzelnen PLIPs wurde diskutiert, wie KI-Integrationen innerhalb von Plone bereitgestellt werden sollten und wie Organisationen Plone mit externen KI-Diensten und -Agenten verbinden können. Aus diesen Diskussionen entstand collective-ai-settings, ein neues Community-Paket, das von Franco Pellegrini und Dante Álvarez initiiert wurde.

Das Paket bietet eine Grundlage für die Konfiguration und Verwaltung von Verbindungen zu KI-Systemen, -Agenten und -Dienstanbietern. Es soll als gemeinsame Integrationsschicht für künftige KI-bezogene Funktionen im Plone-Ökosystem dienen und bleibt dabei unabhängig von einzelnen Anbietern oder Modellen.

Um diese Bemühungen zu koordinieren und Transparenz für Mitwirkende und Stakeholder zu schaffen, legte die Community die Grundlagen für eine offizielle KI-Roadmap für Plone und richtete ein eigenes GitHub-Projekt ein, um KI-bezogene Initiativen, Abhängigkeiten und Meilensteine zu verfolgen: Plone AI Roadmap.

Die Roadmap dient als Grundlage für die KI-Pläne der nächsten offiziellen Plone-Roadmap, die voraussichtlich rund um die Plone Conference 2026 veröffentlicht wird. Indem die Community frühzeitig eine gemeinsame Vision und konkrete Ergebnisse festlegt, stellt sie sicher, dass die KI-bezogene Entwicklung transparent, koordiniert und im Einklang mit der langfristigen Produktstrategie von Plone bleibt.

Ein zentrales Ergebnis der Diskussionen war ein gemeinsames Architekturprinzip: KI-Funktionen sollen im Plone-Ökosystem als First-Class-Citizens behandelt und eingebunden werden. Gleichzeitig sollen diese Features vollständig optional bleiben für Nutzer und Organisationen, die sie nicht benötigen. Der Plone Kern stellt die nötigen Grundlagen und Integrationspunkte bereit, doch Anwender entscheiden weiterhin frei, ob und wie sie KI-Technologien einsetzen.

Zusammen stellen diese Bemühungen den ersten koordinierten Schritt hin zu einer langfristigen KI-Strategie für Plone dar und legen eine klare Roadmap für die künftige Entwicklung der Plone-6.x-Reihe fest.

Diskussionen über die Plone KI-Roadmap

Plone Aurora: Das Frontend der nächsten Generation für Plone

Der Hauptfokus des Sprints lag auf dem kommenden Nachfolger von Volto: Plone Aurora. Aufgebaut auf der neuen modularen Frontend-Paketarchitektur und auf React Router 7, soll Plone Aurora für die kommenden Jahre das Flaggschiff und Default-Frontend des Plone-CMS-Erlebnisses werden.

Die Projektleiter Víctor Fernández de Alba und Piero Nicolli hielten den Zeitpunkt für richtig, um einige Dinge zu entscheiden: ein besseres „Zuhause“ (Repository) für das Projekt zu finden und ihm einen endgültigen Namen zu geben. Das zuvor als Seven bekannte Projekt wurde im Rahmen einer demokratischen Abstimmung in der Hacking Night umbenannt – nach mehreren Vorschlägen und einem iterativen Abstimmungsprozess einigte sich die Community auf den Namen Plone Aurora.

Außerdem wurde natürlich am Quellcode gearbeitet und es gab beeindruckende Fortschritte in Richtung des endgültigen Ziels. Unter anderem arbeiteten Alok Kumar, Nilesh Gulia, Piero Nicolli, Víctor Fernández de Alba, Marc Timo Bröskamp, Alin Voinea, Rohit Kumar, Thomas Mersch, Dante Álvarez, Tisha Soumya und Franco Pellegrini an der Weiterentwicklung der Kernfunktionen, darunter die Content View, Link-Plugins, Teaser-Blöcke und eine verbesserte Toolbar-Interaktion.

Das neue Repository für Plone Aurora befindet sich unter https://github.com/plone/aurora, und die Entwicklung wird dort fortgesetzt.

Eine der wichtigsten Funktionen, die Plone Aurora bieten wird, ist das neue Authoring- und Bearbeitungssystem, das auf einer einheitlichen Block-Engine basiert. Wenn Sie den aktuellen Stand des Projekts sehen, es ausprobieren oder erkunden möchten, was wir bisher erreicht haben, können Sie es auf der Demo-Seite hands-on erleben.

Programmieren und Arbeiten an Plone 6.3 und Plone 7

Cookieplone 2.0

Cookieplone ist das von Plone verwendete Werkzeug zur Generierung von Codebasen. Mithilfe von Codebase-Templates – das Standard-Set heißt cookieplone-templates – können Entwickler, Sysadmins oder DevOps-Engineers Plone-Projekte und -Add-ons erstellen und pflegen.

Während des Sprints konzentrierte sich der Fortschritt bei Cookieplone 2.0 auf die Implementierung und das Testen des neuen Erweiterungsmechanismus, der es Organisationen ermöglicht, die von der Community bereitgestellten Templates zu „erweitern“, um ihre spezifischen Anforderungen zu erfüllen.

Darüber hinaus widmete sich Érico Andrei, Mikel Larreategi, Alin Voinea, Philip Bauer und Víctor Fernández de Alba der Verfeinerung von Templates, Subtemplates und dem Projekt-Release-Management in cookieplone-templates.

Diskussionen zu Cookieplone

Infrastruktur, Marketing & Community

Weitere Arbeiten auf dem Sprint befassten sich mit der Basisinfrastruktur, auf der viele Services der Plone-Community basieren, sowie der Website plone.org.

Am Donnerstag haben wir einen Tag reserviert, um zwischen all der Programmierarbeit etwas Abwechslung zu schaffen. Da endlich die Sonne herauskam, nutzten wir die Gelegenheit, am Nachmittag den Botanischen Garten in Bonn zu erkunden, der (ganz wie die Plone-Community) wunderschöne Exemplare aus aller Welt beherbergt.

Später am Abend veranstalteten wir unsere traditionelle Hacking Night, bei der die Pizza direkt ins Büro geliefert wurde. Nachdem wir unsere Pizzen verspeist hatten, ging es weiter mit Lightning Talks:

  • Mack Palomäki: Ein Style Guide für Übersetzungen

  • Maurits van Rees: Wartung und Maintainer des Zope-Ökosystems

  • Mikko Ohtamaa: Omnara, ein KI-Werkzeug, bei dem mehrere KI-Agenten zusammenarbeiten, um Software zu entwickeln

  • Piero Nicolli: git worktrees für den Fall, dass man mehrere Checkouts eines Repositorys benötigt

  • Rikupekka Oksanen: Das Forschungs-Videoportal der Universität Jyväskylä

  • Fred van Dijk: Das WLAN-Setup des Sprints

  • Érico Andrei: How I learned to stop worrying and love the chaos

Wir ließen den Tag mit dem ausklingen, was wohl das „Plonigste“ überhaupt ist: Karaoke! Die Darbietungen reichten von Karaoke-Evergreens wie „My Heart Will Go On“ über lokale Klassiker unserer vielen internationalen Teilnehmenden bis hin zu Old-School Punkrock.

Wir sehen uns nächstes Jahr wieder beim Beethoven Sprint 2027!